„Zählerdatenspaghetti“ und kann man mit Bitcoins reich werden?

Am 5. und 6. September 2017 veranstalten wir unsere Konferenz „Digitale Energiewelt“ und angesichts der großen Dynamik in den Bereichen Blockchain aber auch Künstliche Intelligenz gibt es wieder viel Neues, im Bereich der Kryptowährungen sogar Spannendes für „Zocker“. Wobei unter dem Anschein der Zockerei (oder anderer meist negativer Bezeichnungen) die Kryptowährungen die gesamte Ökonomie verändern. Aber reden wir erst einmal über bekanntere Themen der neuen Energiewelt.

Sebnem Rusitschka von Freeel.io (und Referentin bei der Konferenz Digitale Energiewelt. Anm. d. Redaktion) hat im Bundesblock (Bundesverband Blockchain) eine Grafik unter dem Titel „Zählerdatenspaghetti“ eingestellt. Link

Verbunden mit der Anregung, den derzeit Spaghetti- artig anmutenden Datenstrom rund um die Zählerdaten doch vereinfachend auf der öffentlichen Blockchain abzubilden. Es werden alle Leserinnen und Leser dieses Blogs aufgerufen Ideen dazu einbringen!

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Ziele sind dabei neben der unveränderlichen Erfassung aller Daten und deren einfachen Auditierbarkeit, eine schnellere Nutzung durch alle beteiligten Akteure bei gleichzeitiger Anonymität für den jeweiligen Nutzer. Hohe und offene Verfügbarkeit sowie Auditierbarkeit bei gleichzeitiger Verschlüsselung des wirklichen Nutzers sind Kernmerkmale der Blockchain-Technik. Bei offenen Blockchains wie Ethereum ist dies verbunden mit einer hohen Sicherheit gegen Angriffe dank der weit verteilten Rechnerkapazitäten und Abläufe.

Was könnte man also alles erreichen, wenn z.B. die Daten jedes Zählers (auch denen in den Autos in naher Zukunft) in einer hohen Auflösung (Sekunden?) in ein Blockchain-System geschrieben würden, auf das alle Akteure gleichberechtigt zugreifen könnten? Klar, Abrechnung wird einfacher. Aber auch die Steuerung und Verbindung mit den real verfügbaren Netzabschnitten, Speichern und den bald vielen Millionen dezentralen Stromerzeugern könnte auf dieser Basis massiv vereinfacht werden: Ist-Daten unabänderlich, verlässlich und kein „hin- und her Geschiebe“.

Denn auch das Stromnetz ist keine Kupferplatte, sondern eher ein Teller Spaghetti mit Soße und Tomatenstücken: die Kabel sind hier die Spaghetti, die Soße die vielen Daten, die darin ausgetauscht werden müssten und die Tomaten könnten die Stromspeicher sein.

Und woher soll nun die PV-Anlage wissen, wann die Nachbarn Strom brauchen? Ist das Netz gerade verfügbar, um ihn auch zu transportieren? Oder wird der Strom erst mal ab in den Speicher geleitet? Woher beziehen wir Strom in der Dunkelflaute? Wer hält den vor?

An dieser Stelle kommt neben bereits heute immer vielfältiger werdenden Anwendungen in der Kundenbetreuung oder auch Erstellung von Inhalten und Übersetzungen das Thema Künstliche Intelligenz (KI auf Deutsch oder AI auf Englisch) und auch die unter dem Stichwort Big Data zusammengefasste intelligente Nutzung vieler Daten ins Spiel. Auch von freeel.io ist Adapteve Link eine der ersten KI-Apps, die diese Zusammenführung von Erzeuger, Transport/ Speicherung und Verbrauch auf Basis einer tatsächlich selbst lernenden Software umsetzt.

Und was ist nun mit dem Reichtum dank Bitcoin & Co.?

Nun- vielleicht knackt Bitcoin schon bald die 5.000 Dollar Marke. Wer früh dabei war, ist sicher „Bitcoin Millionär“ geworden. Das Ganze ist gleichzeitig sehr volatil und klar, wenn man zocken mag, dann zockt man. Das Umfeld bietet dafür breiten Raum. Day-Trading heißt hier allerdings 24h mit zum Teil heftigen Sprüngen.

Neben Bitcoin gibt es eine breite Palette an Währungen, die wir am 5.9. auf dem Blockchain-Tag diskutieren wollen. Mit dabei die Macher des Infoportals https://www.btc-echo.de.

Denn natürlich kann eine eigene Kryptowährung auch im Energiebereich genutzt werden. In Gebieten, wo gerade neue Netze entstehen, wird das bereits auch so gemacht. Als Beispiel sei https://www.me-solshare.com/ genannt. Warum nicht die Tauschgeschäfte von Energie mit den Nachbarn über eine eigene, ggf. auch regionale Währung abwickeln? Eine solche Währung kann ihre Regelung z.B. zu Zinsen individuell definieren und ist mit Hilfe von Blockchains bereits in kurzer Zeit leicht einzurichten und zu betreuen.

Die Kryptowährungen werden, wie die Verschlüsselung rund um die Blockchain, die gesamte bisherige Geldökonomie verändern. Davon bin ich überzeugt. Bitcoin ist trotz der vielen Baustellen in dem System bereits jetzt die erste internationale Währung aller Zeiten, die ohne staatliche Steuerung funktioniert. Im gegenwärtigen Stand sind die Kryptowährungen schon 137 Milliarden Dollar wert.

Und dabei ist nicht zu vergessen, dass Bitcoin eben als ein Projekt der neuen Technologie Blockchain begann- von unten. Es geht nicht darum, ob ich meinen Kaffee wie neulich bei uns um die Ecke per Bitcoin bezahle, obwohl das System dafür noch gar nicht gebaut ist. (hoher Energieverbrauch und damit auch hohe Kosten für sehr kleine Beträge in der Abwicklung). Es geht um alles, was wir kennen in der Finanz- und damit auch Energiewelt: von Unternehmensfinanzierungen, bis zur Abwicklung von Abrechnungsprozessen und eben den regionalen Energiemärke.

Aber die Kryptowährungen sind nur ein Aspekt der Kryptoökonomie, die gesamte Ökonomie verändert sich schon jetzt. So gibt es mit dem sog. ICO (Initial Coin Offering) eine Art Börsengang mit einer jeweils eigenen Kryptowährung. Einzelne Unternehmen haben damit bereits über 150 Mio. Dollar erlöst. Anstelle von Aktien erhält man Anteile in Form von „Coins“- also den digitalen Münzen der Kryptowährung. Wann gibt es den ersten ICO in der deutschen Energiewirtschaft? Und was kann daraus werden? Mehr zu regulativen Diskussionen von ICO und weiterem gibt es im BTC- Echo Link

Karl-Heinz Remmers
15. Aug 2017