Thin-Film Industry Forum erfolgreich beendet
Dünnschicht-Photovoltaik: Unternehmen müssen aktuelle Entwicklungen für sich nutzen
„Vor dem Hintergrund des First Solar-Rückzugs aus Deutschland steht die Solarbranche wieder einmal vor einem Wendepunkt“, eröffnete Karl-Heinz Remmers, Vorstandsvorsitzender des Veranstalters Solarpraxis AG vergangene Woche das Thin-Film Industry Forum 2012. Die Veranstaltung, die am 19. und 20. April 2012 in Berlin-Adlershof stattfand, wurde im Rahmen der weltweit größten Dünnschicht-PV-Konferenz 4. Photovoltaics Thin-Film Week organisiert. Hoffnung mache die Aussicht auf neue Märkte, die u. a. durch sinkende Modulpreise entstehen würden, erklärte Remmers weiter.
Dass der europäische Markt schrumpfen wird und vor allem die Märkte in Asien, aber auch in den USA, zunehmend an Bedeutung gewinnen werden, zog sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung. Entscheidend für Unternehmen sei es, wie sie diese Entwicklung in Zukunft für sich nutzen. Die Preiserwartungen für kristalline Solarmodule im Jahr 2020 lägen bei rund 60 bis 80 $-Cent pro Watt, während die der Dünnschicht-Photovoltaik zwischen 30 und 70 $-Cent pro Watt erwartet werden. Die Basis für diese Prognose seien jeweils „gesunde“ Preise, bei denen jeder Teil der Wertschöpfungskette ausreichend verdiene.
Chinesische Hersteller treiben auch im Dünnschicht-PV-Sektor massiv die Preise herunter, wodurch der Preisunterschied zwischen kristallinen und Dünnschicht-PV-Modulen immer geringer werde. Vor diesem Hintergrund gibt es derzeit eine Menge Bewegung im Dünnschicht-Solarsektor.
Vor dem Hintergrund der sich schnell ändernden Rahmenbedingungen wird es zunehmend schwerer sowie zeit- und kostenintensiver, die Finanzierung in den etablierten (europäischen) Märkten zu sichern. Viele Banken geben die Finanzierung erst frei, wenn das PV-System fertiggestellt und die zutreffende Einspeisevergütung bestätigt ist. So verhindern sie, das Risiko zu tragen, wenn regulatorische Änderungen den Cash-Flow behindern. Für die wachsenden Märkte in Osteuropa, Nordafrika sowie Mittel- und Südamerika müsse ein großer Teil der Finanzierung von PV-Projekten von lokalen Banken gesichert werden, die zurzeit jedoch noch wenig Erfahrung mit der Finanzierung von Solarprojekten besäßen. Für eine steigende Anzahl an Dünnschicht-PV-Herstellern würde die Finanzierung aufgrund der genannten Bedingungen zu einer kritischen Hürde.
Akteuren im Dünnschicht-PV-Markt, die ihre technologische Entwicklung zugunsten der Vermarktung vernachlässigt haben, wurde geraten, möglichst schnell wieder in die Weiterentwicklung ihrer Produkte zu investieren, um langfristig erfolgreich bleiben zu können. Da in den wachsenden Märkten Südasiens, des Nahen Ostens und Südamerikas die kristalline PV noch nicht etabliert sei, eignen sie sich am besten für die Einführung von Dünnschicht-Photovoltaik. Diese Märkte würden sich in den nächsten Jahren u. U. vervierfachen.
Am zweiten Konferenztag wurde über weitere Schritte gesprochen, die Dünnschicht-Photovoltaik wettbewerbsfähig zu machen. In diesem Rahmen wurden die EU-Elektro- und Elektronikgeräte-Abfall-Richtlinie (WEEE) erläutert, die zukünftig auch für Solaranlagen gelten soll.
In der Abschlussdiskussion wurde u. a. darauf aufmerksam, dass es trotz aller schlechten Nachrichten einen Grund gäbe, auf die Entwicklungen der letzten Jahre stolz zu sein.
Am Thin-Film Industry Forum 2012 nahmen knapp 200 internationale Teilnehmer teil. Die nächste Veranstaltung der Solarpraxis AG findet am 30. und 31. Mai 2012 in Berlin statt. Weitere Informationen zu den Workshops zum Thema Neuerungen der EEG-Novelle sind unter http://www.solarpraxis.de/konferenzen/neuerungen-zur-eeg-novelle/allgemeine-informationen/ zu finden.
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Kontakt:
Judith Hübner, Telefon: +49 (0)30 / 72 62 96-327, E-Mail: judith.huebner(at)solarpraxis.de
